Strassenverkehrsunfälle 2009
Global erfreulich – weitere Anstrengungen dringend nötig

Der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) ist erfreut über den Rückgang der Getöteten und Schwerverletzten im Strassenverkehr. Die langjährigen Bestrebungen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit tragen Früchte, insbesondere im Bereich der Personenwagen. Vernachlässigt wurden jedoch die Bemühungen für die ungeschützten Verkehrsteilnehmenden. Dies zeigen die neusten Zahlen des Bundesamtes für Statistik für das Jahr 2009. Die massive Zunahme der getöteten Velo- und verletzten Motorradfahrenden ist alarmierend.
Verdoppelung der getöteten Velofahrer
Der erfreuliche Rückgang der schwer verunfallten Personenwageninsassen wird getrübt durch die negative Entwicklung bei den Velofahrenden. Die Verdoppelung der getöteten Velofahrer führt vor Augen, dass in diesem Bereich dringender Handlungsbedarf besteht. Insbesondere die über Jahre vernachlässigte Verbesserung der Infrastruktur muss umgehend intensiviert werden. Die Agglomerationsprogramme des Bundes bieten dazu eine gute Gelegenheit. Diese Massnahmen machen auch verkehrspolitisch Sinn.
Sicherheit für Velofahrende
Die meisten Velounfälle ereignen sich nach wie vor innerorts beim Abbiegen oder Queren der Strasse. Nach Ansicht des VCS braucht es deshalb mehr und sicherere durchgängige Veloverbindungen; es muss ein geschlossenes Velowegnetz geschaffen werden. Eine einfache, jedoch äusserst wirkungsvolle Massnahme ist ausserdem die Reduktion der Geschwindigkeit durch Tempo-30-Zonen auch auf Hauptstrassen in Ortszentren. Sie verbessert den Schutz der Velofahrenden und Fussgänger. Die Unfallschwere bei Kollisionen nimmt bei tieferer Geschwindigkeit überproportional ab. Zudem wird dadurch der Verkehrsfluss optimiert (es kommt zu weniger Staus).
Veloförderung an Schulen
Zentral ist ausserdem weiterhin die Veloförderung an den Schulen. Die gezielte Verkehrserziehung muss verbessert werden, denn ungeübte Kinder und Jugendliche sind wesentlich gefährdeter als verkehrsgewöhnte. Alle Velofahrer und Velofahrerinnen müssen sensibilisiert werden, die Verkehrsregeln konsequent einzuhalten.
«Via Sicura» nicht auf die lange Bank schieben
Der VCS schlägt vor, dass folgende Massnahmen aus dem Verkehrssicherheitsprogramm «Via Sicura» möglichst rasch umgesetzt werden:
- Intensivere Geschwindigkeitskontrollen innerorts durch die Polizei
- Sanierung der gefährlichsten Unfallschwerpunkte
- Obligatorische Weiterbildung für Auto- und Motorradfahrer
Kontaktinformationen
Christine Steinmann, Projektleiterin Verkehrssicherheit VCS,Tel. 058 611 62 63 oder Tel. 079 331 84 32
