Doris Leuthard

VCS-Magazin - für zeitgemässe Mobilität

Schweizer Pärke – das sagt der Tourismus-Experte

VCS-Magazin: Das Label «Schweizer Pärke» kann seit 2008 erworben werden. Wie schätzen Sie das Konzept ein?

Fabian Weber, Dozent und Projektleiter am Institut für Tourismuswirtschaft der Hochschule Luzern: Aus touristischer Sicht sind die Pärke ein interessantes Gefäss, weil viele von ihnen keine typischen Tourismusdestinationen sind. So bekommen diese teils abgelegenen Regionen eine Chance, überhaupt eine Wertschöpfung zu erwirtschaften. Die Idee hat in vielen Regionen Neues angestossen.

Wie steht es in den Pärken mit der umweltfreundlichen Mobilität?

Es gibt viele gute Mobilitätskonzepte. Die touristische Erschliessung mit dem ÖV ist allerdings schwierig. Eine gute Initiative ist der Bus alpin. Der Verein fördert ÖV-Angebote zu Ausflugszielen in Schweizer Berggebietsgemeinden, die nicht von öffentlichen Abgeltungen profitieren können. Auch die Gemeinden sind in der Pflicht, ein gutes Angebot auf die Beine zu stellen, das den Gästen die Anreise mit dem ÖV ermöglicht.

Wo gibt es noch ungenutztes Potenzial?

Bei den Übernachtungen. Pärke in Naherholungsgebieten, wie etwa der Naturpark Gantrisch, werden vor allem von Tagestouristen besucht. In den etwas abgelegenen Regionen fehlen teilweise Übernachtungsmöglichkeiten, oder diese verfügen über veraltete Infrastrukturen. Ebenfalls noch Potenzial gibt es bei konkreten touristischen Angeboten, auch wenn sich da viel Positives getan hat, etwa beim Veloverleih.

Tipp: 84% der Ferienreisen in den Berggebieten werden mit dem Privatfahrzeug durchgeführt. Lärm, Abgase, überfüllte Parkplätze und wildes Parkieren sind die Folge. Fahren Sie deshalb mit dem ÖV in die Schweizer Pärke: