Abgas-Betrug – Echte Schadstoffmessungen gefordert

Der Autokonzern VW hat zugegeben bei Abgastests zu betrügen und den tatsächlichen Schadstoffausstoss zu beschönigen. Das ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs – auch bei anderen Herstellern ist offiziell bestätigt, dass die ausgestossenen Abgase die gesetzlichen Normen stark überschreiten. Der VCS weist seit Jahren auf die Diskrepanz zwischen offiziellen Messewerten und realen Emissionen im Fahrbetrieb hin, fordert strengere Abgastests und setzt sich für Nachprüfungen unter realen Bedingungen ein - im Sinne der Konsumenten, einer gesunden Atemluft und des Klimaschutzes.

Der VW Konzern hat zugegeben zunächst in den USA systematisch Abgaswerte auf dem Prüfstand manipuliert zu haben – mit Hilfe einer speziellen Software.
Davon betroffen sind 11 Millionen VW-Dieselfahrzeuge – weltweit. Der tatsächliche Schadstoffausstoss dieser Fahrzeuge ist in der Wirklichkeit, wenn diese Fahrzeuge auf den Strassen unterwegs sind, bis zu einem 25-fachen höher.
--> Chronologie des Diesel-Skandals

VW ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs: Während dort der Einsatz illegaler Einrichtungen zum Manipulieren der Abgaswerte erwiesen ist, fallen – wie Messungen von Umweltverbänden zeigen – auch Fahrzeuge von Opel, Renault, Mercedes und BMW durch auffällig überhöhte Stickoxidwerte im Fahrbetrieb auf. Im April 2016 haben deutsche Behörden bestätigt, dass neben Fahrzeugen von VW auch Dieselmodelle von Audi, Porsche, Opel und Mercedes viel zu hohe Stickoxid-Emissionen verursachen – deswegen müssen 630‘000 in Deutschland zugelassene Autos zurückgerufen werden. In Frankreich hat die sogenannte Commission Royal auch für Modelle von Renault, Nissan und Ford starke Abweichungen von gesetzlichen Grenzwerten festgestellt.

Im Schnitt überschreiten Dieselfahrzeuge die aktuellen Stickoxidgrenzwerte im Schnitt um das Siebenfache. Zudem zeigen verschiedene Untersuchungen, dass Neuwagen auch in puncto Verbrauch und CO2-Ausstoss oft nicht den offiziellen Herstellerangaben entsprechen. Durchschnittlich stossen sie fast 40% mehr CO2 aus als die Hersteller offiziell angeben.

Nicht nur Europa und die USA sind von Manipulationen bei Abgas- und Verbrauchsangaben betroffen. Im April 2016 wurde Mitsubishi der jahrelangen Manipulation von Verbrauchsangaben für den japanischen Markt überführt.
--> Mehr zur Abweichung des Schadstoffausstoss von gesetzlichen Grenzwerten bei Dieselfahrzeugen

Stickoxide sind gefährliche Luftschadstoffe, die krank machen und die Umwelt schädigen. Die durch die verursachte fortdauernde Belastung der Atemluft in vielen Gegenden Schweiz geht vor allem auf den hohen Anteil Diesel-Fahrzeuge und deren hohe Stickoxid-Emissionen zurück.
--> Gesundheitliche Auswirkungen von Stickoxiden

Der VCS setzt sich dafür ein, dass realistische Abgastests eingeführt werden und die Grenzwerte für den Ausstoss von Luftschadstoffen bei Abgasmessungen im Fahrbetrieb nicht höher liegen dürfen als bei Messungen auf dem Prüfstand.
--> Einführung neuer Prüfverfahren auf EU-Ebene

Zudem fordert der VCS, dass die Schadstoffgrenzwerte sowie die Angaben zum klimaschädlichen CO2-Ausstoss dauernd und in jedem Fahrzustand eingehalten werden müssen und entsprechende Nachprüfungen im Feld durchgeführt werden.
--> Forderungen des VCS