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Mehr Unfallopfer auf Schweizer Strassen – Seniorinnen und Senioren stark betroffen

Die neuesten Zahlen des Bundesamts für Strassen Astra zeigen eine Zunahme der schweren Verkehrsunfälle im vergangenen Jahr. 4149 Menschen wurden im Strassenverkehr getötet oder schwer verletzt. Überdurchschnittlich betroffen ist die Generation der über 65jährigen. Der VCS Verkehrs-Club der Schweiz sieht Handlungsbedarf.

Die Verkehrssicherheit von Seniorinnen und Senioren wird mehr und mehr zu einer zentralen Herausforderung. Bereits in den Jahren 2014 bis 2024 ist die Zahl der schweren Unfälle in der Altersgruppe 65+ um 10 Prozent gestiegen – gemäss BFU-Zahlen sind 40 % der Getöteten im Strassenverkehr Personen ab 65 Jahren. Gleichzeitig wächst der Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung weiter. Damit steigt auch die Bedeutung sicherer Verkehrswege für diese Altersgruppe.

Besonders sichtbar wird die Entwicklung beim Veloverkehr, wie Michael Rytz, VCS-Projektleiter Verkehrssicherheit ausführt: «E-Bikes erfreuen sich speziell auch bei Seniorinnen und Senioren grosser Beliebtheit. Der Motor erleichtert längere Strecken und macht Steigungen mühelos.» Der Boom führe leider aber auch zu mehr Unfällen: «Seit 2015 hat sich die Zahl der E-Bike-Unfälle bei Menschen ab 65 Jahren fast verdreifacht. Viele der schweren Unfälle passieren innerorts», weiss Rytz.

Der VCS bietet aus diesem Grund regelmässig und in vielen Regionen E-Bike-Kurse an. Die Teilnehmenden lernen ihr Fahrzeug besser kennen, vertiefen ihre Fahrfertigkeiten und sind so sicherer unterwegs. Der VCS bietet die halbtägigen Fahrkurse ab Ende April kostenlos an. Eine Übersicht über die aktuellen Termine sowie die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es unter: www.verkehrsclub.ch/e-bike.

Infrastruktur muss fehlertolerant werden

Ein wichtiger Ansatz zur Verbesserung der Sicherheit ist der sogenannte Safe-System-Ansatz, wie ihn auch die Weltgesundheitsorganisation WHO unterstützt. Dabei wird Verkehrssicherheit nicht allein den Verkehrsteilnehmenden überlassen – auch Infrastruktur, Fahrzeugtechnik und Regeln tragen dazu bei. «Menschen machen leider Fehler. Das Verkehrssystem muss darum so gestaltet sein, dass diese Fehler nicht tödlich enden», sagt Rytz. Wirkungsvolle Massnahmen sind Verkehrsberuhigungen und Temporeduktionen – etwa die Einrichtung von Begegnungszonen und mehr Tempo 30, für welche sich der VCS seit jeher engagiert.

 

Für weitere Auskünfte stehen zur Verfügung:

  • Michael Rytz, Projektleiter Verkehrssicherheit, 031 328 58 60
  • Medienstelle VCS, 079 708 05 36, medien@verkehrsclub.ch