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Autobahnausbau Drohne Schaffhausen
Manuel Lopez

Übersicht Projekte

Am 24. November 2024 hat die Stimmbevölkerung die Abstimmung über den Autobahn-Ausbau mit 52,7% verworfen. Wie die Vox-Analyse des Umfrageinstituts gfs zeigte, war sich die Mehrheit der Stimmbevölkerung einig, dass ein weiterer Autobahn-Ausbau die Verkehrsprobleme nicht löst. 

Als Reaktion auf die Abstimmungsniederlage beauftragte Bundesrat Albert Rösti Anfang 2025 ETH-Professor Ulrich Weidmann mit der Priorisierung von 500 geplanten Verkehrsinfrastrukturprojekten – sowohl Strasse, als auch Schiene. Damit verzögert er das nächste Bahnausbaupaket um ein Jahr – es soll nun gleichzeitig mit den Autobahn-Ausbauvorhaben ins Parlament kommen. Der sogenannte «Weidmann-Bericht» wurde im Oktober 2025 vorgestellt und schlug eine Priorisierung der von der Stimmbevölkerung 2024 abgelehnten Autobahn-Projekte in St. Gallen, Bern und Basel vor.  

Ende Januar 2026 hat Bundesrat Albert Rösti nun (basierend auf den Empfehlungen des Weidmann-Berichts) die Eckwerte für den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur («Verkehr 45») bekannt gegeben und Projektlisten für die Strassen- und Schienen-Projekte präsentiert.  

Geplante Projekte Autobahn-Ausbau 🚗

Bis 2045 will der Bundesrat folgende ​​Autobahn-Ausbauprojekte bauen

  1. A1: 6-Spurausbau Perly–Bernex (GE); 1000 Mio. Franken
  2. A1: 6-Spurausbau Aarau-Ost–Birrfeld (AG); 400 Mio. Franken
  1. A1 8-Spurausbau Wallisellen–Brütisellen (ZH); 100 Mio. Franken
  2. A1 3. Röhre Rosenbergtunnel. inkl. Anschluss Güterbahnhof; 1500 Mio. Franken
  3. A2 Rheintunnel Basel (BS/BL); 2400 Mio. Franken
  4. A2 Lugano Sud–Mendrisio PoLuMe (TI); 1200 Mio. Franken
  5. A3 6-Spurausbau Westumfahrung Zürich (Limmattal–Urdorf-Süd) (ZH); 100 Mio. Franken
  6. A4 Fäsenstaubtunnel (SH); 500 Mio. Franken
  7. A15 Zürcher Oberlandautobahn Uster Ost–Betzholz (ZH); 2300 Mio. Franken
  8. N23 Umfahrung Amriswil Nord inklusive Anschluss Romanshorn (TG); 1300 Mio. Franken 

Kosten Stand 2025: total 10,8 Mia. Franken (+/-30%) 

Diesen Sommer startet der Bundesrat die Vernehmlassung zur «Verkehr 45». Stand jetzt (Januar 2026) schlägt er für den nächsten Ausbauschritt, über den das Parlament 2027 befinden soll, die Projekte in Genf und im Aargau zur Realisierung vor. Der Druck der Strassenlobby und der Kantone ist jedoch beträchtlich, schon zu diesem Zeitpunkt noch weitere, auch bereits vom Volk verworfene Projekte zu beschliessen. 

Aber auch wenn der Bundesrat darauf nicht eingehen sollte, kann das Parlament während der Beratung eigenmächtig noch weitere Projekte dem Ausbauschritt hinzufügen. Dies gilt auch für die Projekte, die der Bundesrat aktuell zur Umsetzung im sogenannten «Realisierungshorizont 2055» vorgesehen hat. Darin befindet sich unter anderem der von der Stimmbevölkerung abgelehnte Ausbau des Abschnitts der N1 zwischen Wankdorf-Schönbühl (Grauholz) auf acht Spuren. Die vom Parlament zu beschliessende Projektliste für den Ausbauschritt unterliegt dem fakultativen Referendum. 

Nach dem Ausbauschritt 2027, ist die nächste Strassenausbau-Vorlage für 2031 vorgesehen. Sollte ihm das Parlament bis dahin nicht schon zuvorgekommen sein, wird der Bundesrat vermutlich spätestens dann die ersten abgelehnten Projekte von 2024 wieder zum Bau vorschlagen. 

Für den VCS ist klar: Dass diese Projekte wieder aufs Tapet kommen sollen, ist undemokratisch. Aber auch die anderen Projekte sind problematisch: Alle Projekte auf dieser Liste fressen wertvolles Kulturland und führen nur zu mehr Verkehr in unseren Städten und Dörfern, ohne die eigentlichen Verkehrsprobleme zu lösen. 

Geplante Projekte Bahnausbau 🚆

  • Viertelstundentakt des IC Bern–Zürich
  • Halbstundentakt des IR Bern–Zofingen–Luzern
  • Halbstundentakt des IR Basel–Liestal–Aarau– Zürich
  • Ausbau des Regionalverkehrs Genf–Lausanne
  • Taktverdichtung Bellinzona–Locarno
  • Mehr Kapazität in der S-Bahn Zürich durch Perronverlängerungen 
  • Kostenpunkt insgesamt 3’000 Mio. Franken  
  1. Luzern: Erste Etappe Durchgangsbahnhof (Kopftiefbahnhof und Dreilindentunnel); 3000 Mio. Franken
  2. Basel: Bahnhof SBB – Ausbau Publikumsanlage und Westkopf inkl. Neubau Margarethenbrücke; 900 Mio. Franken
  3. Genève: Gare Genève Cornavin aménagement; 1800 Mio. Franken
  4. Zürich: Viertes Gleis Bahnhof Stadelhofen; 1700 Mio. Franken
  5. Zürich: Zimmerberg Basistunnel II; 1800 Mio. Franken
  6. Neuchâtel: Ligne directe Neuchâtel–La Chaux-de-Fonds; 1600 Mio. Franken
  7. Bern/Wallis : Grimseltunnel Innertkirchen–Oberwald; 800 Mio. Franken
  8. Vaud: Aménagement Morges–Perroy; 3100 Mio. Franken
  9. Luzern: Zweite Etappe Durchgangsbahnhof (Neustadttunnel und Anschluss Gütsch); 2100 Mio. Franken
  10. Basel: Erste Etappe der Durchmesserlinie zwischen Basel SBB und Basel Badischer Bahnhof mit dem Tiefbahnhof Basel SBB (bisheriges Projekt «Herzstück» stark reduziert) 

Kosten Stand 2025: total ca. 23,7 Mia. Franken

Der VCS begrüsst, dass der Bundesrat am Ausbau der Schiene trotz der Kostensteigerungen festhält. Dies entspricht auch dem Willen der Bevölkerung des Bahnlandes Schweiz. Allerdings scheinen gewisse Grossprojekte fraglich. Wir werden uns hier kritisch in die Vernehmlassung einbringen.

Nein bleibt Nein: eine Chronologie

Rekordverdächtige Unterschriftensammlung: Der VCS und seine Verbündeten sammeln mehr als doppelt so viele Unterschriften wie erforderlich – in lediglich 100 Tagen. 

Das Nein zum Autobahn-Ausbau ist Tatsache: Bundesrat und Parlament erleiden Schiffbruch an der Urne. 

Eine Vox-Analyse macht deutlich: Die Mehrheit der Stimmbevölkerung ist sich einig, dass ein weiterer Autobahn-Ausbau die Verkehrsprobleme nicht löst. 

Bundesrat Albert Rösti lässt priorisieren: Er beauftragt ETH-Professor Ulrich Weidmann mit der Priorisierung von 500 geplanten Verkehrsinfrastrukturprojekten. Damit verzögert er das nächste Bahnausbaupaket um ein Jahr – es soll nun gleichzeitig mit den Autobahn-Ausbauvorhaben ins Parlament kommen. 

Der VCS legt dem Bundesrat seine Position dar: Volkswille umsetzen; keine weiteren Autobahn-Ausbauten. 

Abgelehnte Projekte mit oberster Priorität: Weidmanns Bericht schlägt eine Priorisierung der abgelehnten Autobahn-Projekte in St. Gallen und Basel vor. 

Nein bleibt Nein: für die VCS-Vertreter*innen steht fest, dass das demokratisch beschlossene Nein seine Gültigkeit behalten muss. 

Der Bundesrat präsentiert die Projektliste für den nächsten Bahn und Autobahn-Ausbau. 

Eröffnung der Vernehmlassung

Botschaft zuhanden des Parlaments

Behandlung im Zweitrat

Der VCS wird sich konsequent für den Volkswillen und gegen Autobahn-Milliarden einsetzen – wenn nötig mit einem Referendum. 

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