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Projekte und Kampagnen

Tempo 30, eine der wichtigsten Errungenschaften für Lärmschutz und Verkehrssicherheit, drohte Ungemach. Und nach dem Nein zum Autobahn-Ausbau galt es, den demokratischen Entscheid zu schützen. Unsere zahlreichen Aktivitäten für sichere Schulwege konnten wir erfolgreich umsetzen.

Tempo 30 und seine vielen Vorteile schützen

2024 verabschiedete das Parlament eine Motion, welche die Einführung von Tempo 30 auf Hauptstrassen innerorts stark einschränken wollte. Um dies zu verhindern, lancierten wir im Frühling 2025 eine Petition. Wir forderten darin den Bundesrat und den National- und Ständerat auf, Tempo 30 auf Kantonsstrassen innerorts nach wie vor zu ermöglichen. Die Petition haben wir mit einer Sensibilisierungs- und Kommunikationskampagne begleitet und am 15. August mit über 22 000 Unterschriften eingereicht. 

Im Herbst beschloss der Bundesrat, die Forderungen aus der Motion nicht durch eine Gesetzesänderung, sondern durch eine Anpassung der Verordnung umzusetzen. Damit vermied er eine erneute parlamentarische Debatte und die Möglichkeit, die Änderungen mit einem Referendum zu verhindern. Wir reagierten auf dieses undemokratische Vorgehen mit einem Protestbrief. Am 4. Dezember konnten wir diesen mit mehr als 17 000 Unterschriften einreichen. Gleichzeitig nahmen wir zu den vorgeschlagenen Änderungen in der Verordnung Stellung – unterstützt von zahlreichen Sympathisant*innen, die von uns zur Verfügung gestellte Stellungnahmen selbst einreichten. 

Autobahn-Ausbau: Nein bleibt Nein

Als Reaktion auf die Abstimmungsniederlage vom November 2024 kündigte Bundesrat Albert Rösti Anfang 2025 an, die Ausbauprojekte für Schiene und Strasse zu überprüfen und durch ETH-Professor Ulrich Weidmann priorisieren zu lassen. Miteinbezogen wurden auch die von der Stimmbevölkerung abgelehnten Projekte, da – gemäss Bundesrat Rösti – z. B. für Sanierungen keine Alternativlösungen vorhanden seien. Das Gutachten von Weidmann wurde im Oktober an einer Pressekonferenz vorgestellt. Darin wurden trotz Volks-Nein Projekte in Basel (Rheintunnel), Bern (Grauholz) und St. Gallen (dritte Röhre Rosenbergtunnel inklusive Anschluss Güterbahnhof) hoch priorisiert. Für zwei weitere abgelehnte Ausbau-Vorhaben (Le Vengeron–Nyon und Schönbühl–Kirchberg) schlug das Gutachten als «Alternative» eine Pannenstreifenumnutzung vor; das kommt faktisch einer Kapazitätserweiterung gleich. 

Wir haben bereits im Sommer via Medien auf die Ankündigungen von Bundesrat Rösti, auch abgelehnte Autobahn-Projekte prüfen zu lassen, reagiert und dies als undemokratische Zwängerei kritisiert. Nach der Publikation des Weidmann-Gutachtens haben wir den Appell «Nein bleibt Nein» lanciert, den (Stand: Januar 2026) 22 000 Menschen unterzeichnet haben. Zudem haben wir aus einem Restposten Kampagnenfahnen von der Stiftung Contact Gymbags für unseren Webshop produzieren lassen. Auf unseren Social-Media-Kanälen hat das drohende Comeback der abgelehnten Autobahn-Projekte als Schwerpunktthema sehr viele Interaktionen und gute Reichweiten erzielt. 

Im November 2025 – ein Jahr nach der Abstimmung – gaben wir beim Meinungsforschungsinstitut DemoSCOPE eine repräsentative Umfrage in Auftrag. Sie ergab, dass eine deutliche Mehrheit von fast 60 Prozent der Befragten Bundesrat Röstis Autobahn-Zwängerei ebenfalls als undemokratisch ablehnt. Stattdessen forderten sie einen raschen Ausbau des öffentlichen Verkehrs (ÖV) und Investitionen in eine bessere Infrastruktur für den Fuss- und den Veloverkehr. 

Mehr Gelder für den öffentlichen Verkehr

Anlässlich der Soundingboard-Sitzungen zu «Verkehr 45» haben sich die VCS-Vertreter*innen stets stark gemacht für mehr Mittel für den Ausbau der ÖV-Infrastruktur. Das Weidmann-Gutachten rechnete nebst dem 14-Milliarden-Szenario auch eine 24-Milliarden-Variante beim ÖV-Infrastruktur-Ausbau. Der Druck zeitigte Wirkung, für die Eckwerte, die der Bundesrat im Januar 2026 vorstellte, diente das höhere Budget. Das macht die Umsetzung wichtiger ÖV-Vorhaben möglich. 

Ich freue mich, mich nach dem Abstimmungserfolg im November 2024 gemeinsam mit dem VCS weiter gegen den masslosen Autobahn-Ausbau und für eine zukunftsfähige Mobilität zu engagieren.

Esther Meier, Projektleiterin Verkehrspolitik

Verkehrsknoten: FLUX-Preis geht an die Gemeinde Möriken-Wildegg 

Gemeinsam mit Partnerorganisationen wurde die Gemeinde Möriken-Wildegg (AG) mit dem nationalen Verkehrspreis FLUX ausgezeichnet. Ebenfalls nominiert wurden Suhr (AG) und Arth Goldau (SZ). Der Mobilitätspreis «FLUX – Goldener Verkehrsknoten» zeichnet jährlich einen Verkehrsknoten aus, der sowohl aus Sicht der Kundschaft als auch aus betrieblicher Sicht überzeugt. Wir haben Einsitz in der Jury. 

Engagement von Unternehmen im Blick

Das «Travel Smart Ranking» untersucht und bewertet das Engagement zur Reduktion der Treibhausgas-Emissionen durch Flugreisen. 2025 wurden 326 Unternehmen auf der ganzen Welt in Augenschein genommen. Der VCS ist Teil der internationalen Trägerschaft des «Travel Smart Ranking».

Freizeitverkehr: umweltbewusst unterwegs

Wir setzen uns mit verschiedenen Angeboten für einen nachhaltigen Freizeitverkehr ein. Der Bus Alpin erschliesst Ausflugsziele im Schweizer Berggebiet, die nicht oder schlecht mit dem ÖV erreichbar sind. Während der Sommersaison 2025 nutzten 110 081 Menschen die regionalen Busangebote – so viele wie noch nie. Erfolgreich war auch «Fahrtziel Natur» mit der erneuten Durchführung eines Angebotes, das bei mindestens drei Übernachtungen in einem Schweizer Park die kostenlose An- und Heimreise mit dem ÖV einschloss. Auch der Schneetourenbus wurde beliebter und startete im Dezember 2025 in seine siebte Saison. Das Angebot wird vom Schweizer Alpen-Club SAC mit Unterstützung des VCS koordiniert. In der Saison 2024/2025 beförderte der Bus auf neun Routen mehr als 700 Fahrgäste.

Öffentlicher Verkehr Freizeitverkehr Schneetourenbus
Hugo Vincent
Der Schneetourenbus macht Ski- und Schneeschuhtouren ohne Auto einfach möglich.

Plattform «Immobilien und Mobilität»

Die Plattform «Immobilien und Mobilität» stellt einem Fachpublikum Informationen zum Planen, Bauen und Wohnen mit einem reduzierten Parkplatzangebot zur Verfügung. Dabei arbeiten wir mit Partnerorganisationen wie Mobility, Fussverkehr Schweiz und EspaceSuisse zusammen. 

Auf der Plattform wurden insbesondere die Rechtslage und die Situation in den Kantonen und in zahlreichen Gemeinden auf den neuesten Stand gebracht – ferner wurden neue Best-practice-Beispiele eingefügt. Im Oktober fand ein Webinar zum Thema «Neue planerische Realitäten mit dem Veloboom» statt. 

Eco-auto: Engagement für die Elektrifizierung des Verkehrs

Der VCS engagiert sich für einen Verkehr ohne fossile Brennstoffe, denn die Elektrifizierung von Autos ist ein Schlüsselelement zur Reduktion der CO2-Emissionen. Doch das allein reicht nicht aus: Die Elektrifizierung muss mit dem Einsatz kleinerer, effizienterer Fahrzeuge mit kleinen Batterien einhergehen. 2025 hat sich das Angebot an Elektroautos erheblich erweitert. Für die Plattform eco-auto haben wir mehr als 300 Elektroautos bewertet und die besten Modelle ermittelt. Das eco-auto-Team erteilt auch vielfältige Ratschläge für interessierte Personen und beantwortet Fragen von Mitgliedern.

Lärm und Flugverkehr 

Wir engagieren uns dezidiert für den Schutz vor Verkehrslärm, denn dieser ist gesundheitsschädigend. Tempo 30 (siehe oben) ist dazu eine sinnvolle Massnahme. Gegen den krankmachenden Lärm des Flugverkehrs setzt sich die Koalition Luftverkehr, Umwelt und Gesundheit (KLUG) ein, deren Geschäftsführung bis Ende 2025 beim VCS angesiedelt war. In dieser Funktion haben wir die Koordination und die Zusammenarbeit zwischen den 28 Mitgliederorganisationen sichergestellt. Nach zehn Jahren als leitende Organisation übernimmt nun das Büro Politimpuls diese Aufgabe, wir werden uns weiterhin in der Koalition aktiv für eine Verringerung der Klima- und Lärmbelastung durch den Flugverkehr engagieren. 

Mobilitätskonzepte: im Einsatz für die Verletzlichsten

Die VCS Mobilitätskonzepte fokussieren auf die besonders vulnerablen Gruppen: Kinder und ältere Menschen. Denn wenn die Strassen für die verletzlichsten Verkehrsteilnehmer*innen sicher sind, profitieren alle.

Die VCS Mobilitätskonzepte Schule, vor über zwölf Jahren in der Romandie ins Leben gerufen, tragen dank eines partizipativen Ansatzes und massgeschneiderter Lösungen dazu bei, die Umgebung von Schulen sicherer zu machen. Heute werden sie in der ganzen Schweiz umgesetzt und weiterentwickelt.

In der Romandie konnten wir acht VCS Mobilitätskonzepte Schule abschliessen oder fortsetzen, fünf weitere haben neu gestartet. Dabei konnten wir über 700 Gefahrenstellen identifizieren. Die VCS Mobilitätskonzepte Schule werden von den Kantonen Neuenburg und Waadt sowie der Agglomeration Freiburg unterstützt. Seit 2025 unterstützt auch der Kanton Wallis Gemeinden bei der Umsetzung der VCS Mobilitätskonzepte Schule.

In der Deutschschweiz wurden 2025 VCS Mobilitätskonzepte Schule für die Gemeinden Baar (ZG) und Bad Ragaz (SG) erfolgreich abgeschlossen. Im Juni 2025 startete ein weiteres Konzept in Cham (ZG). Ebendort wurden zwei weitere Konzepte für die verbleibenden Schulkreise mit Start im Sommer 2026 respektive 2027 bestätigt.

Um die Gemeinden bei der sicheren Gestaltung ihrer Schulwege zu unterstützen, führte das VCS-Team zudem ein Webinar zum Thema Schulwegsicherheit durch. Informationen und Tipps zu Schulwegsicherheit und Elterntaxis haben wir auf neu erstellten Webseiten zusammengestellt. 

Auf der Basis von über zehn Jahren Erfahrung mit VCS Mobilitätskonzepten Schule im Kanton Genf und mithilfe von mehr als 11 000 gesammelten Fragebögen wurde 2025 eine statistische Auswertung dieser Daten gestartet. Die ersten Ergebnisse konnten wir Ende Jahr im Rahmen einer Fachtagung in Lausanne vorstellen.

Die Empfehlungen, die den Gemeinden im Anschluss an die VCS Mobilitätskonzepte Schule abgegeben wurden, trugen Früchte: Die erste Schulstrasse des Kantons Genf wird derzeit in Confignon getestet; dort wo 2024 ein VCS Mobilitätskonzept Schule durchgeführt wurde. Parallel dazu wurde 2025 eine Finanzierung durch die Stiftung MODUS für die Durchführung von drei Pilotprojekten in der Stadt Genf gesprochen.

Die VCS Mobilitätskonzepte Senior*innen ermöglichen es, die spezifischen Bedürfnisse von älteren Verkehrsteilnehmer*innen zu berücksichtigen und Empfehlungen abzugeben, um deren Sicherheit zu gewährleisten – aber auch, um die Alltagswege und die Lebensqualität zu verbessern. Die VCS Mobilitätskonzepte für Senior*innen erfreuten sich 2025 grosser Nachfrage. Wir konnten sieben Konzepte starten oder weiterführen. Sie werden von den Kantonen Wallis, Waadt und Freiburg sowie von Gesundheitsförderung Schweiz finanziell unterstützt.

Schliesslich wurden in Verbier (VS), Bourg-en-Lavaux (VD) und Marly (FR) die VCS Mobilitätskonzepte für Schulen und Senior*innen kombiniert. Dieser ganzheitliche Ansatz ermöglicht es, die Bedürfnisse der im Verkehr am stärksten gefährdeten Gruppen vollständig zu berücksichtigen.

Die Website www.mobilite-seniors.ch wird regelmässig aktualisiert, der Newsletter «Bon pied bon oeil» wurde 2025 viermal verschickt. Das vom VCS mitgetragene Angebot «mobil sein & bleiben» stiess auf reges Interesse. 

Schulstrasse Corcelles
Schulstrassen erfreuen sich immer grösserer Beliebtheit um Schulwege sicherer zu machen – etwa als Massnahme in VCS Mobilitätskonzepten Schule.

Neue Bestmarke für «walk to school»

Die VCS-Aktionswochen «walk to school» setzen ein Zeichen gegen Elterntaxis. Die 14. Ausgabe schloss mit einer neuen Bestmarke ab: 15 609 Schüler*innen aus 796 Klassen haben am Wettbewerb teilgenommen – zum ersten Mal gab es auch Teilnehmende im Tessin. Zwischen den Sommer- und Herbstferien gingen die Kinder während zweier Wochen – oft gemeinsam – zu Fuss zur Schule. Jeder Schulweg zählte – für Begleitaktionen im Unterricht gab es Zusatzpunkte.

4076 Kinder sind jede Woche mit dem VCS Pedibus zur Schule gegangen. Begleitet haben wurden sie von 1956 Erwachsenen auf 389 Linien in 200 Gemeinden. 

Der «Internationale Tag zu Fuss zur Schule» – in der Romandie und im Tessin am 19. September begangen – stand 2025 unter dem Motto «Zu Fuss, ohne Eile». An den Umzügen in zahlreichen Städten beteiligten sich Tausende von Kindern, Familien, Klassen und Schulen. 

Sicher auf dem E-Bike unterwegs

In den halbtägigen VCS E-Bike-Fahrkursen, die der VCS in Zusammenarbeit mit m-way anbietet, lernen die Teilnehmer*innen ihr E-Bike besser kennen und üben, schwierige Verkehrssituationen zu meistern. Das erfolgreiche Programm wurde im Vorjahr lanciert in zahlreichen Kantonen durchgeführt.

Ich bin stolz auf den Pedibus und die Sensibilisierungsmassnahmen für Schulen: Es ist toll, zu sehen, wie sich die Kinder engagieren und die Familien mitmachen.

Caterina Bassoli, Koordinatorin Pedibus Tessin

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