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Im Jahr 2023 hat das Volk entschieden, dass die Schweiz bis 2050 klimaneutral werden soll. Die Klimafonds-Initiative ist der Weg zu diesem Ziel. Die Sektion Uri des Verkehrs-Clubs der Schweiz (VCS) empfiehlt deshalb ein Ja. Ohne dieses Instrument können dringend nötige Massnahmen – mehr Radwege, mehr öV-Verbindungen, mehr Ladestationen und mehr Stromerzeugung - nicht umgesetzt werden.

Im Kanton Uri ist der Verkehr mit 53 Prozent der grösste Verursacher von Klimagasen. Zwar stammen 30 Prozent aus dem Transitverkehr, aber die von Urnerinnen und Urnern erzeugten Emissionen des Verkehrs sind mit 23 Prozent immer noch grösser als jeder andere Bereich (Landwirtschaft: 17%, Industrie 13%, Haushalte 11%).  Dazu kommen die indirekten Emissionen, welche wir Urnerinnen und Urner z.B. durch unsere Flüge ausserhalb erzeugen.

Dekarbonisierung des Verkehrs läuft viel zu langsam 

2024 waren erst 3% der Personenwagen in Uri elektrisch angetrieben. Der Bestand an fossilen Personenwagen verringert sich erst, wenn mehr fossile Fahrzeuge ausser Betrieb genommen werden als neue dazukommen, was heute noch nicht der Fall ist. Abgesehen von Motorrädern, LKW, Traktoren, Cars etc., bei denen die Elektrifizierung noch fast inexistent ist.  Der von der Initiative vorgeschlagene Klimafonds schafft eine Quelle, aus der die notwendigen Investitionen für einen raschen Umstieg (z.B. Ladestationen oder elektrische Busse) unterstützt werden können. 

Mit Geldern aus dem Fonds könnte auch der Ausbau des Radwegnetzes schneller vorangetrieben werden. Aus Spargründung hat der Landrat das Bauprogramm des Regierungsrates 2020 halbiert und nur eine erste Etappe bewilligt, und mit dem Sparprogramm 24 hat er auch die Umsetzung der vom Volk beschlossenen ersten Etappe hinausgeschoben. Mehr Geld ist aber auch nötig für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs, z.B. durch automatisierte Kleinbusse in Tälern mit wenig Frequenzen oder durch Nachtzüge, die viele Flüge ersetzen könnten. Und mehr Geld würde auch helfen, die vom Schweizervolk vor 30 Jahren beschlossene Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene endlich umzusetzen. Des Weiteren erlaubt der Klimafonds Beiträge zur Förderung von Solaranlagen und energetischen Haussanierungen, was die Abhängigkeit vom Energielieferungen aus dem Ausland verringert und den CO2-Ausstoss senkt.

Der Staudamm Göscheneralp soll um 15 Meter erhöht werden, damit er im Winter mehr erneuerbarer Strom produzieren kann. Die unterliegenden SBB-Kraftwerke Wassen und Göschenen und damit der öffentliche Verkehr würden mitprofitieren. Die Finanzierung des Ausbaus ist aber nicht gesichert. Fehlt die finanzielle Unterstützung des Ausbaus durch den Bund, so kann der Kanton das KW Göschenen wohl nicht wie geplant 2043 übernehmen. 

Mit dem Klimafonds erhält der Bund die Mittel, um jährlich 0,5 bis 1 Prozent des Bruttoinlandprodukts – also zwischen 4 und 8 Milliarden Franken – in eine moderne, sichere und klimataugliche Schweiz zu investieren, auch auf der Ebene der Kantone und Gemeinden. Dies ist keine Riesensumme: Die Schweiz importiert heute jährlich Öl und Gas für rund 8 Milliarden Franken, die zukünftig eingespart werden könnten.