Winterhorn: Umweltverbände wollen Rückbau – nicht Verzögerung
Die Umweltverbände VCS Uri, Pro Natura Uri und WWF Uri weisen die Darstellung des Urner Regierungsrats zurück, wonach die Verzögerung beim Rückbau der Anlagen am Winterhorn wesentlich auf die Einsprache der Umweltverbände zurückzuführen sei. Diese Darstellung greift zu kurz und ist irreführend.
Die Umweltverbände haben nicht gegen den Rückbau Einsprache erhoben. Im Gegenteil: Sie fordern seit Jahren den vollständigen Rückbau der stillgelegten Anlagen. Die Einsprache richtete sich gegen ein mangelhaftes Rückbaukonzept, das zentrale Anlagen und Gebäude nicht konsequent einbezog und mögliche Umnutzungen offenliess.
«Unsere Einsprache verhindert den Rückbau nicht – sie verlangt, dass er korrekt umgesetzt wird. Am Winterhorn muss endlich geschehen, was vereinbart und rechtlich vorgesehen ist: der Rückbau stillgelegter Anlagen und die Wiederherstellung des natürlichen Zustands», sagt Fabian Haas, Geschäftsleiter WWF Uri.
Wichtig ist die zeitliche Einordnung: Der Rückbau war gemäss Vereinbarung innerhalb von 8 Jahren also bis Ende Juni 2022 vorgesehen. Das Rückbaukonzept wurde jedoch erst im November 2022 – also nach Ablauf dieser Frist – beim Bundesamt für Verkehr eingereicht. Die Verzögerung war somit bereits eingetreten, bevor die Umweltverbände Einsprache erhoben.
Auch Pro Natura Uri betont, dass es um Verlässlichkeit und den Schutz einer sensiblen Landschaft geht: «Wenn Rückbaupflichten und Ausgleichsmassnahmen vereinbart werden, müssen sie auch eingehalten werden. Sonst verlieren solche Vereinbarungen ihre Glaubwürdigkeit.» sagt Silja Eller, Geschäftsführerin von Pro Natura Uri.
Die Anlagen am Winterhorn sind seit Jahren ausser Betrieb. Der Rückbau wurde als Ausgleichsmassnahme verfügt und im Bewilligungsentscheid des Bundesamts für Verkehr festgehalten. Dass er bis heute nicht umgesetzt wurde, liegt an einem ungenügenden Rückbauprojekt, offenen Fragen zu einzelnen Gebäuden und Umnutzungen sowie an der Verantwortung der zuständigen Behörden und Projektträger – nicht an den Umweltverbänden. Umso entscheidender ist es nun, dass der Rückbau vollständig und ohne weitere Verzögerungen umgesetzt wird.
WWF Uri, Pro Natura Uri und VCS Uri fordern deshalb einen raschen, koordinierten und vollständigen Rückbau. Gerade im Zeichen des Klimawandels braucht es klare Regeln und Verlässlichkeit: Wer Anlagen baut und betreibt, muss diese nach der Stilllegung auch zurückbauen. Dies gilt weit über das Urserntal und den Kanton Uri hinaus.
Für Rückfragen: Alf Arnold, 079 – 711 57 13