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Heinrich quer klein

In der Stadt Zürich kommt am 14. Juni eine extreme Parkplatz-Initiative zur Abstimmung. Die Nachfrage nach öffentlichen Parkplätzen in der Blauen Zone in der Stadt Zürich hat in den letzten Jahren deutlich abgenommen hat. Damit der dringende Wunsch der Stadtbevölkerung nach mehr Bäumen oder ganzen Parkanlagen, nach mehr Platz für Fussgängerinnen und Fussgänger oder für sichere und attraktive Velorouten endlich möglich gemacht werden. Eine Initiative mit dem reinen Fokus auf die Bedürfnisse der Autofahrenden will diese Entwicklung rückgängig machen.

Blenden wir zurück: Mit dem Aufkommen des Autos in den 70er Jahren wurden viele Parkplätze im öffentlichen Raum angeordnet. Das war als Übergangsmassnahme geplant, bis genügend Parkplätze auf privatem Grund zur Verfügung stehen. In den letzten 50 Jahren ist die Anzahl der Parkplätze stark angestiegen allein seit 2023 sind über 6'000 Privatparkplätze mit der Bautätigkeit hinzugekommen. Aktuell stehen rund 200'000 Parkplätze den rund 135'000 Autos der Stadt Zürich gegenüber. Hinzu kommt, dass die Zahl der autofreien Haushalte in der Stadt Zürich seit den 90er Jahren von rund 40% auf über 60% zugenommen hat. In diversen Volksabstimmungen hat die Stadtzürcher Bevölkerung nun gesagt, was sie sich anstelle des freiwerdenden Parkierungsraums wünscht: 

  • Mehr Bäume und Parkanlagen, um der zunehmenden Hitzeentwicklung zu begegnen.
  • Mehr Velorouten, weil sich der Veloverkehrsanteil verdoppelt hat.
  • Mehr Flächen für Fussgängerinnen und Fussgänger, damit der Aufenthalt im öffentlichen Raum angenehmer wird.

Die extreme Volksinitiative der verkehrspolitischen Hardliner unter Federführung der SVP will nun die Fortschritte der letzten Jahre für mehr Lebensqualität beenden. Das Lagern eines privaten Gutes, nämlich ganz vieler Autos, auf öffentlichem Grund, soll wichtiger sein, als eine gedeihliche Entwicklung der Stadt Zürich.

Schon mit der Abstimmung über das Strassengesetz haben diesselben verkehrspolitischen Hardliner im Kanton ihre Autopolitik der Stadt Zürich aufgedrückt. Ein zweites Mal soll ihnen das nicht gelingen. 

Der Vorstand des VCS Zürich empfiehlt deshalb, die Volksinitiative zur Parkplatzzwängerei abzulehnen.