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Internationale Hochgeschwindigkeitszuege
SBB CFF FFS

Die EU-Kommission, welche den Vorschlag auf den Tisch bringt, will internationale Bahnreisen in Europa deutlich vereinfachen – Tarifgrenzen, Buchungshürden und strikt getrennte Zuständigkeiten sollen abgebaut werden. Internationale Verbindungen verschiedener Bahngesellschaften werden nach dem Ansinnen über eine einzige Plattform buchbar sein, also: «eine Reise – ein Ticket» – genau so, wie dies der VCS vor nunmehr sechs Jahren mit seiner gleichnamigen Petition forderte.

Für Reisende wäre das ein echter Fortschritt: Der Kauf von internationalen Bahntickets würde erheblich vereinfacht. Lange Bahnreisen könnten zentral gebucht werden und das komplizierte Klicken durch mehrere Plattformen entfiele. Zudem hätten Reisende bei Verspätungen nur noch einen zentralen Ansprechpartner. Wer den Anschluss verpasst, soll gemäss dem Vorschlag der EU-Kommission besser geschützt sein und je nach Situation ohne Zusatzkosten weiterreisen können. Ist die Weiterreise unmöglich, soll der Ticketpreis erstattet oder eine Unterkunft angeboten werden.

Schweiz könnte mitziehen

Das Bundesamt für Verkehr hält ein vereinfachtes Ticketsystem für den internationalen Bahnverkehr für kundenfreundlich, transparent und sinnvoll, wie die SRF-Tagesschau berichtete. Die gesetzlichen Grundlagen seien hierzulande bereits geschaffen und das Interesse durchaus vorhanden. Die SBB ihrerseits haben Ende 2024 bereits einen Schritt in Richtung «eine Reise – ein Ticket» unternommen und bieten internationale Bahnbillette in alle angrenzenden Länder in der SBB-App an. Dabei werden etwa auch Spartickets der Deutschen Bahn im SBB-Angebot angezeigt – und Schweizer Angebote bei der DB. Die mühsame Suche nach dem günstigsten Tarif über mehrere Anbieter entfällt also bereits heute grösstenteils.

Wer aber über mehr als eine Landesgrenze reist, sucht heute häufig vergebens ein Ticket mit garantierten Passagierrechten. Eine Reise nach Barcelona beinhaltet also etwa  das Risiko, schon in Lyon oder Paris zu stranden, weil kein durchgehendes Ticket buchbar ist. Ob der Vorschlag der EU-Kommission in der Umsetzung auch solche Problemfälle abdecken wird, bleibt aber zurzeit noch offen. Zu wünschen wäre aus Sicht der nachhaltigen Mobilität allemal.

Ohnehin muss der Vorschlag der EU-Kommission noch weitere Hürden nehmen: Für die Umsetzung braucht es die Zustimmung der Mitgliedsländer. Sobald diese vorliegt, könnte es aber mit «eine Reise – ein Ticket» zügig vorangehen.