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Tempo 30 Zone
VCS

Im Rahmen eines gross angelegten Forschungsprojekts zu Tempo 30 analysierte die Björn Steiger Stiftung wissenschaftliche Studien sowie Daten aus dreizehn europäischen Städten, darunter Berlin, Graz, Helsinki, London und Zürich. Das Ziel: Die Auswirkungen der Einführung von Tempo 30 – oder 20 Meilen pro Stunde (32,2 km/h) – zu bewerten.

Die Schlussfolgerungen sind eindeutig: Tempo 30 ist ein effektiver Hebel, um die Verkehrssicherheit zu verbessern und die Lebensqualität zu steigern – ohne die Reisezeit wesentlich zu beeinträchtigen. In den meisten Fällen bleiben die Reisezeiten stabil oder verlängern sich nur geringfügig. Die Ergebnisse dieser neuen Studie bestätigen zahlreiche bestehende Studien und Beobachtungen.

Tempo 30 verbessert die Sicherheit erheblich

Wenig überraschend zeigt die Analyse der Daten vor und nach der Einführung von Tempo 30 in allen untersuchten Städten eine Verbesserung der Verkehrssicherheit. Das Beispiel der Stadt Bologna ist besonders aufschlussreich: 2024 hat die Stadt auf 70 Prozent ihres Gebiets Tempo 30 eingeführt. Ein Jahr später ist die Zahl der Unfälle um 13 Prozent, die Zahl der Schwerverletzten um etwa 30 Prozent und die Zahl der tödlich Verunfallten gar um 49 Prozent zurückgegangen.

Tempo 30 führt zu mehr Lebensqualität 

Schadstoffemissionen hängen von vielen lokalen Faktoren ab, wie der Topografie oder den Wetterbedingungen. Trotz dieser Unterschiede zeigen die verfügbaren Daten deutliche Verbesserungen nach Einführung von Tempo 30. Darüber ging in den untersuchten Städten der Strassenlärm zurück, was ebenfalls zu einer besseren Lebensqualität der Bewohner*innen beiträgt. 

Tempo 30 hat kaum Einfluss auf die Fahrzeiten

Bei der Analyse der Fahrzeiten ist das Beispiel von Wales ist besonders aufschlussreich. Im Jahr 2023 wurde in allen bebauten Gebieten ein Tempolimit von 20 Meilen pro Stunden eingeführt. Das sind insgesamt fast 12 000 Kilometer Strassen, auf denen zuvor 30 Meilen pro Stunde (48,3 km/h) galt. Die Auswirkungen wurden auf 15 Strecken analysiert, die zwischen 5 bis 61 Kilometern lang waren. In 44 von 57 Fällen erhöhte sich die Reisezeit nicht um mehr als vier Minuten. Gleichzeitig haben sich die Unterschiede in den Reisezeiten zwischen verschiedenen Wochentagen verringert. Das macht es möglich, Reisen zuverlässiger zu planen.

In Grossbritannien zeigt eine gross angelegte Analyse von GPS-Daten, dass die Fahrzeiten nach der Einführung von 20 Meilen pro Stunde in Wohngebieten um 3 Prozent und in Stadtzentren um 5 Prozent gestiegen sind. Das entspricht weniger als einer zusätzlichen Minute auf einer Strecke von fünf Meilen (8 Kilometer).

Diese Beobachtungen, dass sich die Reisezeiten nur geringfügig ändern, decken sich auch mit den Analysen der Schweizerischen Vereinigung der Mobilitäts- und Verkehrsfachleute (SVI). Diese rechnen auf Hauptstrassen mit durchschnittlich 20 Sekunden mehr pro Kilometer, Tempo 30 statt Tempo 50 eingeführt wird. Während der Hauptverkehrszeiten macht Tempo 30 den Verkehr oft flüssiger, was gar zu Zeitersparnissen für Autofahrer*innen führen kann.