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Im Vordergrund stauen sich Velofahrende vor einem geschlossenen Bahnübergang. Im Hintergrund sichtbar sind ein FV-Dosto Zug und ein Bus

Zu dem Grossanlass in Mollis wurden 350 000 Menschen erwartet. Das ist fast zehnmal so viel, wie der gesamte Kanton Einwohnende hat. Tatsächlich kamen jedoch rund eine halbe Million Besucherinnen und Besucher. Laut dem Organisationskomitee war das Verkehrskonzept ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die hohe Besucherzahl. [1] Mit anderen Worten: es wurde überwiegend auf das Auto verzichtet und stattdessen effizientere Fortbewegungsmittel genutzt. Das beweist, der Kanton wäre bereit für die Mobilität der Zukunft. Doch wird es ihm gelingen, daraus zu lernen und die alltägliche Situation für alle zu verbessern?

Leere Strassen

Während des Anlasses waren die Strassen praktisch leergefegt. Anwohnende benötigten eine Zufahrtsbewilligung und Autos reisten zu einem früheren Zeitpunkt an. Der Grossanlass zeigt auch exemplarisch, wie stark das Mobilitätsverhalten von individueller Wahrnehmung und Erwartung geprägt ist. Die Konzepte der Verkehrsverdunstung und Verkehrsverlagerung werden sichtbar.

Fussverkehr

Fussgänger*innen sind ebenfalls Teil des Verkehrs. Diese platzsparendste Form der Fortbewegung macht einen Grossanlass in diesem Ausmass erst möglich.

Veloverkehr

Das effizienteste Fortbewegungsmittel nutzte die letzten Meter bis zum Festgelände optimal aus. Als am Samstag das Wetter nicht ganz mitspielte, verteilte der VCS Glarus den Gästen am ESAF einen Regenschutz für den Velosattel. Der neue Schwingerkönig Armon Orlik nutzt das Velo übrigens auch bei jedem Wetter und ist Mitglied bei Pro Velo. Hier der Artikel dazu.

Stau

Trotz des Verkehrskonzepts kam es zu Stau auf den Strassen. Besonders bei der Abreise wurde deutlich, wie ineffizient der motorisierte Individualverkehr im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln ist.

Öffentliche Verkehrsmittel

Die SBB setzten am Wochenende des ESAF rund 500 Extrazüge mit insgesamt 170 000 Sitzplätzen ein. [2] Die Züge waren sehr gut gefüllt, weshalb deutlich mehr als 170 000 Leute am Wochenende mit den Extrazügen angereist waren. Im Unterschied zu den Strassen, führte der hohe Andrang nicht zu längeren Reisezeiten, sondern nur zu engen Platzverhältnissen.

Um diesen hohen Andrang bewältigen zu können, wurde der Bahnhof Weesen wiederbelebt und die Perrons in Weesen und Näfels-Mollis temporär ausgebaut. Die verlängerten Perrons ermöglichten es den SBB, 300 Meter lange Fernverkehrszüge einzusetzen. Zwischen dem Bahnhof Weesen und dem Festgelände verkehrten zahlreiche Busse. [3]

Quellen