Ein Rückblick: VCS Schwyz am nationalen Veloforum in Bern
Der VCS Schwyz war am nationalen Veloforum in Bern vertreten. Mit dabei waren unter anderem die Präsident*innen der grossen Schweizer Parteien, Bundesrat Albert Rösti sowie der ehemalige Vize-Bürgermeister von Paris, Christophe Najdovski.
Das Veloforum bot spannende Referate und einen wertvollen Austausch zwischen Vertreter*innen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Sport. Im Zentrum standen die Bedeutung des Veloverkehrs und die Frage, wie eine sichere und zukunftsfähige Veloinfrastruktur in der Schweiz weiterentwickelt werden kann.
Dabei wurden insbesondere drei Punkte deutlich:
• Das Velo ist kein neues Problem auf unseren Strassen, das gelöst werden muss. Es ist vielmehr Teil der Lösung für zentrale Herausforderungen wie die Reduktion von Emissionen und die Begrünung von Städten.
• Der Veloverkehr ist keine Nebenerscheinung, sondern ein Verkehrssystem von nationaler Relevanz. Neben dem motorisierten Individualverkehr und dem öffentlichen Verkehr bildet er einen der drei Grundpfeiler unseres Verkehrssystems.
• Nationale Vorgaben des Bundes sind notwendig, um dieses System flächendeckend weiterzuentwickeln. Die konkrete Umsetzung erfolgt jedoch in Gemeinden und Kantonen. Das Veloweggesetz sieht vor, dass bis Ende 2027 behördenverbindliche Pläne festgelegt werden, die bis 2043 umgesetzt werden sollen. Damit dies gelingt, muss Veloförderung lokal und nahe bei den Menschen stattfinden.
Was braucht es für eine sichere Veloinfrastruktur?
Eine mehrdimensionale Verkehrsplanung ist entscheidend. Die Infrastruktur sollte so geplant werden, dass sich auch die «schwächsten» Verkehrsteilnehmenden sicher bewegen können – nach dem 8–80-Prinzip. Junge und ältere Menschen sowie Menschen mit Beeinträchtigungen sollen sicher und selbstständig am Verkehr teilnehmen können.
Dafür braucht es:
• eine effiziente Zusammenarbeit von Bund, Kantonen, Gemeinden, Fachverbänden, Interessengruppen und Bevölkerung
• eine Planung, die vom Menschen und von der Praxis her denkt
• den Safe-Systems-Ansatz, der berücksichtigt, dass Menschen Fehler machen können, und die Infrastruktur entsprechend so gestaltet, dass diese möglichst geringe Konsequenzen haben
Konkret bedeutet das beispielsweise:
• Bei Geschwindigkeiten über 30 km/h sollten Velowege baulich getrennt werden, um das Unfallrisiko zu reduzieren.
• Bei tieferen Geschwindigkeiten kann eine klare visuelle Führung, etwa durch rote Einfärbung, ausreichend sein.
• Neben Nachhaltigkeitsprüfungen sollten auch Inklusionsverträglichkeitsprüfungen stärker berücksichtigt werden, damit Barrierefreiheit von Anfang an mitgedacht wird.
Eine zukunftsfähige Veloinfrastruktur entsteht nicht von heute auf morgen. Sie darf aber bei der Verkehrsplanung nicht vernachlässigt werden. Die Förderung des Veloverkehrs stärkt nicht nur die individuelle Gesundheit, sondern ist auch ein wichtiger Baustein für klimafreundliche Mobilität.
Der VCS Schwyz setzt sich dafür ein, dass diese Entwicklung auch im Kanton Schwyz und über die Kantonsgrenzen hinweg vorangetrieben wird.