Tempo 30 aufs Spiel setzen? 2x Nein!
Lebensqualität in Ortszentren nicht verunmöglichen
Am 8. März 2026 wird im Baselbiet über die Anti-Tempo-30-Initiative abgestimmt. Die Initiative und der Gegenvorschlag wollen Tempo 30 verhindern, sie lassen die Strassen unsicher und laut. Dabei ist Tempo 30 eine einfache, kostengünstige und dauerhaft wirksame Massnahme gegen Strassenlärm.
Die Initiative und der Gegenvorschlag kosten Kanton und Gemeinden Millionen für teure und schwach wirksame lärmmindernde Beläge, Lärmschutzwände und -fenster. Beide Vorlagen bringen nicht versprochene Mitbestimmung, weil die Gemeinden bereits jetzt vom Kanton in die Planungen einbezogen werden und der Kanton in jedem Fall über Signalisation und Bau seiner Strassen entscheidet. Die Initiative ist ausserdem unklar und viele Probleme in der Umsetzung mit sich bringen.
Heute stellte das Komitee seine Argumente gegen Initiative und Gegenvorschlag beim Kreisel in Bottmingen vor. Dort wären an allen vier Armen jeweils kurze Abschnitte Tempo 30 geplant, die aber durch Einsprachen weiterhin blockiert sind. So ist die Aufwertung des Zentrums von Bottmingen verunmöglicht.
Das Komitee aus EVP Baselland, GLP Baselland, GRÜNEN Baselland, SP Baselland und dem VCS beider Basel lehnt deshalb die Initiative und den Gegenvorschlag ab.
Mehr Lebensqualität, Sicherheit und Ruhe für Ortszentren
Mit Tempo 30 lassen sich günstig und einfach viele der Probleme heutiger Ortsdurchfahrten lösen: Die Lebens- und Aufenthaltsqualität ist wegen des vielen Autoverkehrs in vielen Baselbieter Gemeinden deutlich beeinträchtigt. Dies spüren Anwohner:innen und Gewerbebetriebe täglich. Ihre Gesundheit leidet und die Ortszentren sind heute oft nur eine Durchfahrt, statt ein Aufenthaltsräume und Treffpunkte.
Viele Menschen queren täglich Hauptachsen, darunter auch viele Schulkinder. Ihre Sicherheit wird durch Tempo 30 markant erhöht. Kollisionen werden viel seltener und falls dennoch ein Auto mit einer Fussgänger:in kollidiert, sind die Folgen deutlich weniger gravierend, wie eine internationale Studie kürzlich zeigte.
Fast alle Kantonsstrassen sind zu laut und schädigen damit die Gesundheit der Anwohner:innen. Tempo 30 ist sehr wirksam und sorgt gegenüber der heutigen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h für eine Lärmabnahme, die der Halbierung des Autoverkehrs entspricht!
Die Strassennetzhierarchie bleibt übrigens durch Vortrittsregeln und die Kapazität auf den Hauptachsen auch mit Tempo 30 bestehen.
Initiativkomitee geniesst Vorteile von Tempo 30
Übrigens: Von den vierzehn Personen im Initiativkomitee wohnen fünf (36 %) selber in einer Tempo-30-Zone und die Hälfte in ruhigen Quartierstrassen. Sie geniessen selber also die Vorteile, die Tempo 30 bringt, gönnen sie aber nicht den Menschen und Gewerben entlang der Hauptachsen.
— VCS beider Basel