Weiter zum Inhalt
Zootram

Es ist immer wieder das Gleiche: Statt verkehrspolitische Prioritäten zu setzen, wie das nicht zuletzt in der Gemeindeordnung der Stadt Zürich festgelegt ist, werden Infrastrukturen für Autos geplant. Das neueste Beispiel liefert der Zoo Zürich.

So war es schon am Rosengarten, wo der Preis für eine neue Tramlinie in einem über 700 Millionen Franken teuren Tunnel bestand, der auf direktestem Weg die Stadtzürcher Innenstadtquartiere mit Autoverkehr überflutet hätte. So ist es aktuell beim Tram Affoltern geplant, wo trotz einer teuren neuen Tramlinie kein einziges Auto weniger Richtung Bucheggplatz fahren wird. Und so soll es also auch beim Zoo Zürich sein, wo ein Parkhaus konkret geplant wird, von einer schon längst überfälligen Tramlinie aber nicht mehr die Rede ist.

Der Bau einer Tramlinienverlängerung von der heutigen Haltestelle bis zur Masoalahalle, der den Weg der Zoobesucher:innen, die mit dem Tram anreisen, doch um 530 m verkürzt hätte, wird seit vielen Jahren nicht an die Hand genommen. Stadtrat, Regierungsrat und der Zoo Zürich selbst haben 2008 eine Initiative des VCS Zürich abgelehnt. Und nun fehlt, obwohl der Zoo immer weiter ausgebaut worden ist, die Menge der Besucher:innen zugenommen und die Entwicklung weitab von einer öV-Haltestelle stattgefunden hat, nach wie vor das Zootram.

Nun soll der Zoo einmal mehr ausgebaut werden. Als planerisches Mittel ist ein kantonaler Gestaltungsplan vorgesehen. Statt nun aber «konsequent auf den öffentlichen Verkehr, den Fuss- und den Veloverkehr zu setzen» und den Anteil des ökologischen Verkehrs zu steigern, wie das die Stadtzürcher Verfassung vorsieht, wird zuerst einmal ein neues Parkhaus geplant, das - so ist den Medien zu entnehmen - über 1'200 Parkplätze verfügen soll. Mit dem Gestaltungsplan soll ganz konkret die planungsrechtliche Grundlage für das Parkhaus geschaffen werden. Von einem konkreten Tramprojekt ist in den aktuellen Verlautbarungen aber nichts mehr lesen.

Mit einer solchen Planung, die mit den heutigen Anforderungen an Klima- und Umweltschutz nicht mehr vereinbar ist und alles andere als konsequent auf den öffentlichen Verkehr setzt, gefährden die Planenden die Ausbaupläne selbst.