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Umfrage Ueberholabstand
Canva

Zu knappe Überholmanöver des motorisierten Verkehrs sind nicht nur Ursache für zahlreiche Unfälle auf Schweizer Strassen, sie führen auch zu ständigem Stress und Unsicherheit bei den Velofahrer*innen. Wir wollten wissen, wie schwer das Problem aus Sicht der Velofahrer*innen sowie der Schweizer Gesamtbevölkerung wiegt und wie die Schweiz zu einem gesetzlichen Mindestüberholabstand steht. Dazu haben wir im Rahmen einer repräsentativen Umfrage rund 1000 Personen befragt.

Umfrageinstitut: DemoSCOPE AG 

Befragungszeitraum: 13.08. – 25.08.26 

Total Anzahl Befragte: 1009 

Gewichtung: Region, Alter, Geschlecht und Parteipräferenz 

Grundgesamtheit: Bevölkerung in Deutsch- und Westschweiz mit Alter 15-99 

Überholmanöver ganz weit oben auf Velo-Problemliste

Velofahrer*innen begegnen im Alltag zahlreichen Gefahren. Im Ranking der problematischsten Situation sind Überholmanöver bei Tempo 50 innerorts – zusammen mit der Missachtung des Vortritts – die häufigste Gefahrenquelle. 57 Prozent der Velofahrer*innen fühlen sich dabei «oft» oder sogar «sehr oft» unsicher. Etwas weniger gefährlich ist die Situation bei Strecken mit Tempo 30. Aber auch dort wird das zu nahe Überholen oft als gefährlich wahrgenommen. 

Auch andere Situationen sind für einen grossen Teil der Velofahrer*innen regelmässig problematisch. Nur gerade 10 Prozent fühlen sich bei Tramschienen auf der Fahrbahn nie unsicher. Ähnlich verhält es sich bei anderen Gefahrensituationen: Für rund die Hälfte der Velofahrer*innen sind fehlende oder zu schmale Velostreifen, die Gefahr von sich plötzlich öffnenden Türen parkierter Autos, oder das Fahren mit Kinderanhänger oft oder sehr oft problematisch. Lediglich beim Fahren im Kreisel und beim Linksabbiegen gibt eine klare Mehrheit an, sich nie oder zumindest nur selten unsicher zu fühlen.

Überholabstand im Ranking der Velo-Gefahren

Fühlen Sie sich als Velofahrer in folgenden Situationen sehr oft, oft, selten oder nie unsicher?

Ist also der Überholabstand ein grundsätzliches Problem in Schweizer Städten? Ja! Nicht nur die Velofahrer*innen sehen das mehrheitlich so (58 Prozent), sondern auch die Gesamtbevölkerung (52 Prozent). Und auch die Automobilist*innen (52 Prozent) stimmen zu. Nur gerade ein Drittel der Schweizer Bevölkerung erachtet die gegenwärtige Situation mit gesetzlich unklar definiertem Überholabstand als unproblematisch (34 Prozent).

Überholabstand als Problem in Schweizer Städten

Sind Sie der Meinung, dass der Überholabstand von Autos gegenüber Velos in den Schweizer Städten ein Problem ist?

Selbst die Hälfte aller Automobilist*innen unterstützt 1,5 Meter Mindestüberholabstand

Was kann getan werden, damit sich Velofahrer*innen in der Schweiz weniger fürchten müssen, wenn sich ein Motorfahrzeug nähert und zum Überholen ansetzt? Viele europäische Länder haben auf die Problematik reagiert und – im Gegensatz zur Schweiz – bereits einen gesetzlichen Mindestüberholabstand definiert, um die Velofahrer*innen zu schützen. 

Auch die Schweizer Bevölkerung wünscht sich einen klar geregelten Mindestüberholabstand von 1,5 Metern innerorts. Ganze 57 Prozent sprechen sich dafür aus. Lediglich 35 Prozent der Bevölkerung sind dagegen. Was besonders interessant ist: Nicht nur für Velofahrer*innen wäre eine solche Regelung wünschenswert (72 Prozent Zustimmung); selbst Personen, welche regelmässig mit dem Auto unterwegs sind, sind knapp mehrheitlich (51 Prozent) für die Einführung eines solchen Mindestüberholabstands. Das zeigt: Eine klare gesetzlicheRegel mit von 1,5 Metern schafft für mehr Klarheit und Sicherheit für alle: sowohl für Velofahrer*innen wie auch Autofahrer*Innen. Der VCS setzt sich dafür ein, dass ein Mindestüberholabstand auch in der Schweiz endlich Realität wird.

Haltung zu 1,5 Meter Mindestüberholabstand

In vielen europäischen Ländern gibt es einen gesetzlich geregelten Mindestüberholabstand. In der Schweiz ist das nicht der Fall. Würden Sie einen gesetzlich geregelten Mindestüberholabstand von Motorfahrzeugen gegenüber Velos von 1,5 Meter innerorts klar befürworten, eher befürworten, eher ablehnen oder klar ablehnen?

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