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Elterntaxi auf Fussgängerstreifen
Buchlifotografie Sam Buchli

Elterntaxis

In vielen Gemeinden stellen Hol- und Bringfahrten zum Kindergarten oder zur Schule eine zunehmende Herausforderung dar. Gleichzeitig gibt es gute Ansätze, um die Situation gemeinsam zu verbessern – für mehr Sicherheit, Rücksicht und Bewegung im Alltag. 

Wir engagieren uns seit über 40 Jahren für sichere Schulwege. Hier finden Sie bewährte Tipps und konkrete Vorschläge: 10 Tipps für den sicheren Schulweg

Was ist ein Elterntaxi?

Fahren die Eltern die Kinder mit dem Auto in den Kindergarten und zur Schule oder holen es von dort ab, spricht man von einem Elterntaxi. Das erhöhte Verkehrsaufkommen kann rund um die Kindergarten- und Schulstandorte zu unübersichtlichen und teils gefährlichen Situationen führen – insbesondere für Kinder, die zu Fuss unterwegs sind.

Negative Auswirkungen von Elterntaxis:

  • Weniger Sicherheit für Kinder, die ihren Schulweg zu Fuss zurücklegen
  • Unübersichtliche und gefährliche Verkehrssituationen (Fahr- und Wendemanöver)
  • Blockierte Haltestellen
  • Halten im Halteverbot oder in zweiter Reihe 

Was können wir tun? 

Der Schulweg ist für Kinder weit mehr als nur der Weg in den Kindergarten oder zur Schule: 
Er bietet wichtige Erfahrungen im Strassenverkehr, stärkt die Selbständigkeit, fördert Freundschaften und sorgt für tägliche Bewegung – gut für Gesundheit und Konzentration. 

Wenn es möglich ist, sollten Kinder ihren Schulweg ganz oder zumindest teilweise zu Fuss zurücklegen. Je nach Alter und Fähigkeiten zunächst begleitet, später selbstständig. Ein kurzes Stück zu Fuss ab einem sicheren Treffpunkt sind sinnvolle Alternativen zum Elterntaxi (z. B. Pedibus). 

Kinder profitieren vom Schulweg zu Fuss 

  • Selbständigkeit

    Kinder sollten lernen frühzeitig lernen, sich in unterschiedlichen Verkehrssituationen richtig zu verhalten. Die Teilnahme am Strassenverkehr beginnt an der Hand der Eltern und je älter sie werden, desto öfter sind sie auch allein unterwegs. Die Erlebniswelt zwischen Schule und Elternhaus ist wertvoll für die Entwicklung der Kinder.  

  • Sozialkompetenz

    Auf dem Schulweg sammeln die Kinder grundlegende Erfahrungen.   

    Sie pflegen Freundschaften, tragen Konflikte aus, entdecken ihre Umgebung und ein Stück Freiheit, sie üben Selbständigkeit und Eigenverantwortung. Kurz gesagt: Der Schulweg ist ein Erlebnis. 

  • Verkehrskompetenz

    Die Kinder brauchen Gelegenheit, sich die nötige Verkehrskompetenz anzueignen und diese durch regelmässiges Wiederholen zu festigen.  

    Der Schulweg eignet sich dazu besonders gut, denn die Eltern können die Fortschritte der Kinder regelmässig kontrollieren. Zudem prägen sich durch die Wiederholung von Standardsituationen die korrekten Verhaltensmuster ein. 

    Schwierige Situationen müssen gemeinsam besprochen und geübt werden.  

    Es ist wichtig, dass die Kinder das korrekte Verhalten nicht nur nachahmen, sondern den Sinn des Verhaltens auch begriffen und verinnerlicht haben.  

  • Gesundheit

    Bewegung ist gesund. Kinder, die sich regelmässig bewegen, sind leistungsfähiger und können sich besser konzentrieren.  

    Bewegung und frische Luft beugen gesundheitlichen Problemen vor und sind wichtig für die körperliche Entwicklung. Der Schulweg eignet sich bestens als tägliche Trainingseinheit.  

  • Umweltbewusstsein

    Der Schulweg zu Fuss ist eine einfache und effektive Möglichkeit, den ökologischen Fussabdruck zu verringern. Jeder vermiedene Autokilometer reduziert den CO₂-Ausstoss und trägt dazu bei, die Umwelt zu schonen.  

    Wenn viele Kinder zu Fuss zur Schule gehen, leisten sie und ihre Familien einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz und zeigen ein vorbildliches Umweltbewusstsein. 

VCS-Schulwegangebote

Martin Baumgart
VCS

Kontakt

«Lass das Elterntaxi stehen. Der Schulweg zu Fuss ist wichtig für die Entwicklung der Kinder, spannend und gesund. Bei Fragen helfen wir Ihnen gerne weiter.»

Martin Baumgart, Projektleiter Schulwegsicherheit