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Schulweg Kinder Quartier Sicherheit
Andrea Campiche

YouGov hat im Auftrag des VCS und des Fonds für Verkehrssicherheit FVS 800 Eltern von vier- bis siebenjährigen Kindern zum Schulweg befragt. Die Studie zeigt, dass Kinder in der Schweiz mehrheitlich zu Fuss zur Schule gehen – nämlich 70 Prozent. Eine bedenkliche Erkenntnis aus der Studie zieht jedoch VCS-Verkehrssicherheits-Experte Michael Rytz: «41 Prozent der Eltern bewerten den Schulweg ihres Kindes als gefährlich. Besonders kritisch sind vielbefahrene Hauptstrassen mit hohen Geschwindigkeiten sowie fehlende oder zu schmale Trottoirs.»

GIF You Gov Schulweg DE

Sechs von sieben Kindern müssten gemäss der Erhebung auf dem Weg in den Kindergarten oder in die Schule mindestens einmal eine Strasse mit Tempo 50 oder sogar noch schnellerem Verkehr überqueren. Schulwege entlang oder über solche Strassen werden von Eltern siebenmal häufiger als sehr gefährlich beurteilt als Wege in verkehrsberuhigten Zonen. In der Westschweiz und im Tessin wird die Sicherheit zudem deutlich schlechter eingeschätzt als in der Deutschschweiz.

Ausgerechnet Elterntaxis generieren mehr Verkehr im Umfeld von Schulen und sind damit eine der Gefahrenquellen.

Dieses Unsicherheitsgefühl trägt wesentlich dazu bei, dass jedes zweite Kind auf dem Schulweg von erwachsenen Personen begleitet wird. «In der Stadt deutlich häufiger als auf dem Land», stellt Rytz fest. «Zudem fährt jedes vierte Kind regelmässig im Elterntaxi zur Schule – obwohl viele dieser Fahrten distanzmässig gut zu Fuss zu bewältigen wäre, wenn es denn nicht an der Sicherheit fehlte.» Paradox: Ausgerechnet Elterntaxis generieren mehr Verkehr im Umfeld von Schulen und sind damit eine der Gefahrenquellen.

Die Gemeinden haben Verantwortung

Die befragten Eltern erwarten von ihren Gemeinden in erster Linie durchgängig sichere Fusswege, sichere Strassenquerungen sowie tiefere Tempolimits und konsequente Kontrollen. Ein Anliegen, das auch durch den Verfassungsauftrag im Fuss- und Wanderweggesetz gestützt wird.

Pedibus Schulweg
VCS
Der Pedibus bringt eine Gruppe Kinder zu Fuss zur Schule oder zum Kindergarten, begleitet von einer erwachsenen Person.

Als kurzfristig realisierbare Massnahme empfehlen wir den Ausbau von Pedibus-Angeboten, sagt Michael Rytz weiter: «Nachdem sich der Pedibus in der Westschweiz und im Tessin erfolgreich etabliert hat, wird das Konzept nun auch in der Deutschschweiz populär. Es trägt dazu bei, den Schulweg sicherer zu machen, und wird von Gemeinden und Eltern gleichermassen geschätzt.» Kinder, die ihren Schulweg selbständig zu Fuss zurücklegen, seien zudem gesünder, aufmerksamer im Unterricht und erwerben Schritt für Schritt wichtige Verkehrskompetenzen.

Analyse: Schulwege in Genf

Die Ergebnisse zeigen unter anderem eine deutliche Diskrepanz zwischen der tatsächlichen Mobilität und den Wünschen der Kinder: 14 % würden gerne mit dem Velo zur Schule fahren, tatsächlich tun dies jedoch nur 4 %. Beim Trottinett sind es 13 % gegenüber derzeit 3 %. Die Studie zeigt zudem, dass das Auto für den Schulweg in ländlich geprägten Genfer Regionen deutlich häufiger genutzt wird (20 %) als in Zentren (7 %). Weitere Ergebnisse der Genfer Analyse unter diesem Link

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