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Schulweg zur Fuss
Buchlifotografie Sam Buchli

Toolbox Schulwegsicherheit

Seit über vierzig Jahren setzen wir uns für sichere Schulwege ein. Für Ihre Gemeinde gibt es viele Möglichkeiten, um die Schulwegsicherheit zu verbessern. Wir unterstützen Sie gerne.

Es gibt verschiedene Ansätze, um die Schulwegsicherheit in Ihrer Gemeinde zu steigern. Klicken Sie sich durch die Toolbox und finden Sie den für Sie passenden Mix.  

Die Toolbox «Schulwegsicherheit» umfasst drei Bereiche:  

VCS-Angebote: 

VCS Mobilitätskonzept Schule
VCS Pedibus
VCS-Aktionswochen «walk to school»
VCS Internationaler Tag «Zu Fuss zur Schule»
Schulstrassen

Infrastruktur: 

Temporeduktionen
Strassenquerungen
Kiss-and-Ride-Zonen 
Fahr- und Halteverbote

Diverses: 

Polizeikontrollen
Lotsendienste

Die Toolbox wird laufend weiterentwickelt und ergänzt.

VCS Mobilitätskonzept Schule
Plates-Bandes communication
VCS Mobilitätskonzept Schule

Das VCS Mobilitätskonzept Schule ist mittel- bis langfristig umsetzbar. 

Das VCS Mobilitätskonzept Schule (MKS) verfolgt einen ganzheitlichen und partizipativen Ansatz für Gemeinden und Schulen, das darauf abzielt, die Schulwege auf Stufe Kindergarten und Primarschule zu analysieren und gezielt zu optimieren. 

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Ein VCS Mobilitätskonzept Schule (MKS) bietet einen umfassenden Überblick über die aktuelle Schulwegsituation und zeigt konkrete Handlungsempfehlungen auf, um die Sicherheit nachhaltig zu erhöhen. Gleichzeitig wird ein gesunder und umweltfreundlicher Schulweg gefördert. Wenn die Strasseninfrastruktur für die schwächsten Verkehrsteilnehmenden – insbesondere Kinder und Senior*innen – verbessert wird, profitieren alle. 
Die Projektleitung liegt beim VCS und die Begehung vor Ort erfolgt durch zwei zertifizierte Inspektor*innen. Die Durchführung dauert in der Regel 9 bis 12 Monate und ist kostenpflichtig (Auftraggeber: Gemeinde und/oder Schule). 

VCS Pedibus
Etienne Etienne
VCS Pedibus

Der Pedibus ist kurz- bis mittelfristig umsetzbar.

Der VCS Pedibus ist ein «Bus, der zu Fuss geht»: Eine Gruppe Kinder zwischen 4 und 8 Jahren legt gemeinsam den Weg in den Kindergarten oder zur Schule zurück. Begleitet von Erwachsenen lernen sie, Gefahren im Strassenverkehr zu erkennen und sicher zu meistern. Der Pedibus unterstützt Kinder darin, Schritt für Schritt selbstständig unterwegs zu sein. 

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Die teilnehmenden Familien bestimmen selbst, welche Route der Pedibus nimmt, wo und wie viele Haltestellen eingerichtet werden und an welchen Tagen und Uhrzeiten er unterwegs ist.  Eltern, Grosseltern oder andere Bezugspersonen wechseln sich bei der Begleitung der Kinder ab. 

Gemeinden und Schulen können eine wichtige Rolle spielen, indem sie das Projekt aktiv fördern, darüber informieren oder sogar die Organisation einer Pedibus-Linie übernehmen. 

Die Kinder profitieren von der sicheren Begleitung, üben regelmässig das richtige Verhalten im Strassenverkehr und werden so schrittweise selbstständiger. Gleichzeitig wissen Eltern ihr Kind in guten Händen, und die Zahl der Elterntaxis kann reduziert werden. 

Walk To School
Adobe Stock Pixel Shot Print / Illu: enpointe.ch
VCS Aktionswochen «walk to school»

Die Aktionswochen sind kurzfristig umsetzbar.

Während den VCS Aktionswochen «walk to school» legen möglichst alle Kinder einer Schulklasse ihre Schulwege zu Fuss zurück. Sie sammeln dabei Erfahrungen und persönliche Erlebnisse: Die aktivsten Klassen gewinnen attraktive Preise. Mit Begleitaktionen vertiefen Lehrpersonen das Thema im Unterricht.

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Die Kampagne, die jährlich zwischen den Sommer- und Herbstferien stattfindet, richtet sich an Lehrpersonen, Schulkinder vom Kindergarten bis zur 6. Klasse und deren Eltern. Die Teilnahme ist kostenlos. Die Anmeldung erfolgt durch die Lehrpersonen. 

Die Aktionswochen beziehen die ganze Schulgemeinschaft aktiv ein und vermitteln eine positive Botschaft: Der Schulweg zu Fuss ist ein Erlebnis. Sie können helfen, Elterntaxis zu reduzieren und die Selbständigkeit der Kinder zu fördern. 

Für eine erfolgreiche Durchführung braucht es das Engagement der Lehrpersonen sowie geeignete Kommunikationskanäle, um auch die Eltern einzubeziehen. 

Internationaler Tag zu Fuss zur Schule des VCS, Illustration einer Schnecke auf dem Schulweg
VCS/Antoine Deprez
VCS Internationaler Tag «zu Fuss zur Schule»

Dieser Aktionstag ist kurzfristig umsetzbar.

Der VCS Internationale Tag «zu Fuss zur Schule» findet jährlich im Herbst während der Mobilitätswoche statt. Der spezielle Tag steht jedes Jahr unter einem anderen Motto. 

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Hektik und Risiken sind auf dem Schulweg fehl am Platz. Deshalb gilt: stets den sichersten und nicht den kürzesten Weg wählen. Lassen wir die Kinder am Freitag der Mobilitätswoche und an allen anderen Tagen zu Fuss zur Schule gehen – ohne Eile. 

Für eine nachhaltige Förderung der Wege zu Fuss spielt das Verkehrsumfeld eine wichtige Rolle, wie die folgenden Massnahmen zeigen. Deshalb liebe Eltern, liebe Verantwortliche der Politik, nehmen Sie den Fuss vom Gaspedal und helfen Sie mit, die Umgebung der Schulen zu beruhigen! Gemeinsam können wir Räume schaffen, in denen sich unsere Kinder gefahrlos bewegen können. 

Schulstrasse Koeniz 1
Schulstrasse

Eine Schulstrasse ist mittel- bis langfristig umsetzbar. 

Eine Schulstrasse  befindet sich in unmittelbarer Nähe einer Schule oder einem Kindergarten und ist zu Schulbeginn und -ende temporär für motorisierte Fahrzeuge gesperrt. Dadurch entsteht eine sichere, gesunde Umgebung, in der Kinder zu Fuss oder mit dem Velo zur Schule gelangen können. Die Gestaltung kann an lokale Gegebenheiten angepasst werden. 

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Eine Schulstrasse lässt sich einfach und kostengünstig einführen, idealerweise zeitlich befristet testen (z. B. 6-12 Monate). Das temporäre Fahrverbot vor der Schule reduziert Verkehr, Lärm und Luftverschmutzung. Es ermöglicht Kindern, die mit dem Auto gebracht werden, zumindest eine Reststrecke bis zum Kindergarten oder zur Schule zu Fuss zurückzulegen. 

Zur Vermeidung von Unklarheiten kann die Schulstrasse beispielsweise mit einer Kiss-and-Ride-Zone kombiniert werden. Wichtig ist eine sorgfältige Planung, um neue Probleme, wie die Verlagerung der Elterntaxis an den Rand der Schulstrasse, zu vermeiden. Dazu empfiehlt sich, eine Analyse der Schulwegsituation und des Mobilitätsverhaltens durchzuführen, z. B. im Rahmen eines VCS Mobilitätskonzepts Schule

Aufgrund räumlicher Gegebenheiten ist eine Schulstrasse nicht überall möglich (z. B. Schulhaus an Hauptstrasse). 

Temporeduktionen

Eine Temporeduktion ist kurz- bis mittelfristig umsetzbar.

Die Geschwindigkeitsreduzierung zielt darauf ab, die Geschwindigkeit von motorisierten Fahrzeugen zu verringern, um die Sicherheit und die Lebensqualität der Umgebung zu erhöhen. Dabei kann es sich um eine Tempo-30- oder eine Begegnungszone (Tempo 20) handeln.  

Die tieferen Tempos reduzieren das Unfallrisiko, die Lärm- und Luftverschmutzung und erhöhen gleichzeitig die Lebensqualität in der unmittelbaren Umgebung. 

Niedrigere Geschwindigkeiten tragen nicht nur dazu bei, Unfälle zu vermeiden, sondern reduzieren, wenn doch einmal etwas passieren sollte, auch die Unfallschwere. So überleben bei einer Aufprallgeschwindigkeit von 50 km/h nur 3 von 10 angefahrenen Fussgänger*innen, während es bei 30 km/h 9 von 10 sind. Aus der Perspektive von Fussgänger*innen sind Tempo-30-Zonen daher besonders vorteilhaft. 

Für die Umsetzung benötigt es Behörden, welche diesen Ansatz unterstützen. 

Strassenquerungen

Eine Strassenquerung ist mittel- bis langfristig umsetzbar.

Strassenquerungen sind ein zentraler Bestandteil des Schulwegs, oft mit Gefahren verbunden – insbesondere bei Längsführungen und stark befahrenen Strassen mit Tempo 50. Fussgängerstreifen, bauliche Hilfen wie Trottoirnasen oder Trottoirüberfahrten erhöhen die Sicherheit. Eine sorgfältige Planung minimiert Risiken und das Queren an ungeeigneten Stellen, sodass Kinder den Schulweg sicher zurücklegen können. 

Selbsterklärende und fehlerverzeihende Strassen erhöhen die Verkehrssicherheit, da sie Fehlverhalten reduzieren und Unfallfolgen mindern. Gut konzipierte Querungshilfen verlangsamen die Fahrgeschwindigkeit, verkürzen die Querungsdistanzen und sorgen dafür, dass die Kinder frühzeitig erkannt werden und selbst die Fahrbahn gut einsehen können. Von diesen Vorteilen profitieren besonders Kinder, aber auch Senior*innen. 

Solche Bauliche Massnahmen erfordern interdisziplinäre Zusammenarbeit und Investitionen, bieten aber langfristig nachhaltige Sicherheit für besonders verletzliche Verkehrsteilnehmende wie Kinder und Senior*innen. 

Kiss-and-Ride-Zonen

Eine Kiss-and-Ride-Zone ist kurz- bis mittelfristig umsetzbar. 

Sogenannte Kiss-and-Ride-Zonen bündeln Elterntaxis an geeigneten Stellen, damit andere Kinder sicher zu Fuss oder mit dem Velo zur Schule gelangen können. Eltern dürfen dort nur kurz anhalten, um Kinder ein- oder aussteigen zu lassen, und müssen dabei stets im Fahrzeug bleiben. Eine sichere Reststrecke zu Fuss ermöglicht es den Kindern, selbstständig und sicher bis zum Kindergarten oder zur Schule zu gelangen. 

Es muss darauf geachtet werden, dass die Kiss-and-Ride-Zone nicht den gegenteiligen Effekt erzielt und noch mehr Elterntaxis «anzieht». Der Standort sollte daher sorgfältig gewählt werden – beispielsweise nicht zu nahe beim Schulhaus. Zudem gilt es zu beachten, dass beispielsweise ein Zeitgewinn keinen triftigen Grund für eine Fahrt mit dem Auto zur Schule darstellt. 

Fahr- und Halteverbote

Fahr- und Halteverbote sind kurz- bis mittelfristig umsetzbar.

Solche Verbote können unterschiedlich ausgestaltet werden, je nach Situation vor Ort, und können mit einer Schulstrasse oder einer Kiss-and-Ride-Zone kombiniert werden. Dies kann dazu beitragen, das Verkehrsaufkommen rund um die Kindergarten- und Schulstandorte zu verringern und gefährliche Fahr- und Wendemanöver in diesem Bereich zu vermeiden. 

Bei der Planung ist entscheidend, dass die Verbote keine neuen Probleme verursacht, beispielsweise durch das Verlagern von Halte- oder Wendemanövern an andere Stellen. Eine sorgfältige Analyse der Verkehrssituation im Voraus wird ausdrücklich empfohlen. 

Polizeikontrollen

Polizeikontrollen sind kurzfristig umsetzbar.

Die regelmässige Anwesenheit der Polizei wirkt sich positiv auf die Schulwegsicherheit aus (Einhalten der Regeln, weniger Elterntaxis etc.).  Sie tragen dazu bei, unerwünschtes bzw. unerlaubtes Verhalten zu unterbinden. 

Die Vorankündigung zur Anwesenheit der Polizei sowie die Kombination mit Kampagnen erhöhen den Sensibilisierungseffekt. Anfangs mit Aufklärung und Ermahnungen, in einem zweiten Schritt mit Sanktionen.  

Die regelmässigen Polizeikontrollen erfordern einen hohen Ressourceneinsatz der Polizei. Aus diesem Grund ist eine gute Planung dieser Einsätze wichtig, um den gewünschten Effekt zu erzielen (z. B. Anwesenheit nach den Schulferien). 

Lotsendienste

Ein Lotsendienst ist kurzfristig umsetzbar.

Lotsendienste (oder Patrouilleur*innen) können einen Beitrag leisten, punktuelle Gefahrenstellen zu sichern (z.B. Fussgängerstreifen). Sie bieten eine rasch umsetzbare Übergangslösung, zur Unterstützung von kleineren Kindern oder an Stellen mit infrastrukturellen Mängeln. Langfristig sind zusätzliche Massnahmen nötig. Eine Mini-VCS-Pedibus-Linie kann als Alternative geprüft werden (z. B. nur für eine Querung). 

Lotsendienste ermöglichen Kindern, gefährliche Stellen auf dem Schulweg sicher zu passieren, während sie den restlichen Weg selbstständig bewältigen können. Die Massnahme hat jedoch keinen direkten Lerneffekt, da Kinder die notwendige Verkehrskompetenz nur durch eigenständiges und wiederholtes Üben erwerben. Ein Lotsendienst ersetzt zudem nicht die Pflicht, auch ausserhalb der Schulzeiten für sichere Querungsmöglichkeiten für alle Fussgängerinnen und Fussgänger zu sorgen. 

Wichtig ist die Rekrutierung von zuverlässigem, engagiertem Personal. Aus Sicherheitsgründen sollten keine Kinder als Lotsinnen oder Lotsen eingesetzt werden. Gemeinden oder Schulen müssen für die Umsetzung entsprechende Mittel bereitstellen. 

Martin Baumgart
VCS

Kontakt

«Für Ihre Gemeinde haben wir eine Toolbox entwickelt, für mehr Sicherheit auf dem Schulweg. Bei Fragen helfen wir Ihnen gerne weiter.»

Martin Baumgart, Projektleiter Schulwegsicherheit